Am 14.11.2018 war es endlich soweit, die Veranstaltung „Lets Talk eSport“ hat pünktlich um 16 Uhr gestartet mit Herr Dr. Andreas Stiegler von Strichpunkt Design. Was ist eigentlich eSport? Diese Frage könnten nur die wenigsten Gamer beantworten da man den eSport nicht richtig greifen kann, denn was ist denn der Unterschied zwischen „normal spielen“ und in einem eSport-Team zu spielen? Nun der Unterschied liegt unter anderem an der professionellen Herangehensweise und Organisation wie uns Herr Stiegler berichtet. Wenn man das Ziel hat Turniere, Wettkämpfe, etc. zu gewinnen, dann muss man sich an irgendeinem Punkt in seiner Karriere besser organisieren und genau ab diesem Moment betreibt man eSport.

Warum haben eSport-Titel wie League of Legends so unglaublich hohe Zuschauerzahlen?

Nun das liegt an der Dramaturgie der Spiele, wie uns Herr Dr.Stiegler erläuterte. In Seinem zweiten Block ging es um die goldenen 15 Minuten eines Spieles, wenn ein Spiel es schafft innerhalb von 15 Minuten eine Dramaturgie zu entwickeln, dann schauen die Zuschauer sich das ganze Spiel bis zum Ende an (Man muss erwähnen, dass ein Spiel in League of Legends bis zu 60+ Minuten gehen kann). Wenn das Spiel den Zuschauer an sich binden will, dann müssen die ersten 15 Minuten sehr geladen sein mit Highlights und Action. Da die meisten eSport-Spiele keinen „Story Modus“ besitzen, erzählt durch die oben genannte Dramaturgie jedes einzelne Spiel seine eigene kleine Geschichte.

Da Herr Dr. Stiegler einen Entwickler Background hat, wurde in seinem dritten Block von der Entwicklung der Spiele berichtet. Wenn man sich für das Programmieren von Spielen interessiert und in die Branche einsteigen will, dann sind die Noten laut Herr Stiegler erstmal egal, da man in der Branche der Videospiele eher auf die bereits geschafften Projekte schaut und dafür bietet sich das „Modden“ an. Modden ist eine Modifikation von einem bereits vorhandenen Spiel. Viele „Modder“ bauen z.B. Karten auf denen dann eSportler ihre Wettkämpfe austragen können und sich so einen Namen machen. Die eSport-Titel wie CS:GO oder StarCraft binden somit nochmal ihre Community an die Spiele und man hat selbst als Spieler und Modder das Gefühl dazu zu gehören.

Zum Schluss des Vortrages konnte man über allgemeine Themen reden und Fragen stellen, ein Thema war unter anderem ob der eSport in die Olympischen Spiele aufgenommen werden sollen, woraufhin Herr Stiegler die Frage in die Runde weitergegeben hat und Leonard Neugarita von den Engines-Stuttgart, meinte zu dem Thema:

„der eSport braucht nicht Olympia, Olympia braucht den eSport! „

 

 

 

Nach einer kurzen Pause konnten wir Christian Ruf von dem VfB begrüßen. Herr Ruf ist für den eSport in dem Fußball Verein VfB Stuttgart zuständig und hat uns Einblicke in die Prozesse gegeben, wie einfach oder schwer es war ein eSport-Team für den Verein zu gründen. Dafür hat sich Herr Ruf erstmal intensiv mit der aktuellen Lage des eSport befasst und kam zu dem Entschluss:

Wenn Sie die Followerzahlen sehen, dann ist das keine Randsportgruppe mehr, sondern hat der eSport die meisten Sportarten auf der Welt verdrängt.“

Wir bekamen eine genau Zielgruppenanalyse von Herr Ruf, in welcher er darauf eingeht, dass sie einen Fokus auf die 11-26-Jährige haben, dessen Eltern meistens nicht wissen was ihre Kinder da eigentlich machen und die teilweise sehr jungen Spieler in Turnieren mitspielen, in welchen man mehrere tausend Dollar gewinnen kann. Studenten kann man einfacher in Stadien oder zu Turnieren locken, da wir Studenten ausschließlich in Gruppen agieren und wenn man einen Studenten für sich gewonnen hat, dann hat man die ganze Gruppe.

Der VfB hat im Moment ein FIFA-Team und denkt nicht darüber nach in Spiele wie CS:GO oder andere Shooter einzusteigen da diese „Ballerspiele“ nicht mit dem VfB verbunden werden sollen. Titel wie Rocket League kann sich Herr Ruf eher vorstellen mit in sein eSport-Programm aufzunehmen. In dem Team vom VfB eSport ist auch Fifa Spieler Niklas Luginsland, welcher eine körperliche Beeinträchtigung hat. Er ist auf den VfB zugegangen und hat direkt gefragt, ob er seinem Lieblingsverein im eSports unterstützen kann. Durch seine sehr guten Leistungen in FIFA wurde er schlussendlich unter Vertrag genommen. Anhand diesem Beispiel sieht man, dass der eSport über alle Grenzen geht und allen Spielern Möglichkeiten gibt sich auf sportlicher Weise komplett entfalten zu können und wir als eSportler eine Gemeinschaft erschaffen haben, die wirlich alle Menschen Willkommen heißt.

 

 

 

 

 

 

 

Die Virtuelle Bundesliga auch (VBL genannt) wurde natürlich auch angesprochen, wo Herr Ruf der Meinung ist, dass sich früher oder später alle Vereine der Bundesliga ein eSport-Team aufbauen müssen. Wenn sie das nicht tun dann können sie nicht in der „zweiten Bundesliga“ mitspielen. Die VBL  wird natürlich in dem Spiel FIFA ausgetragen und man spielt 1-gegen-1. Man muss es aber erstmal schaffen, sich dafür zu qualifizieren und hat einen weiten Weg bis hin zur VBL. Ab dem 15.01.2019 startet die VBL und wir schauen gespannt auf den VfB wo wir auf einen Stuttgarter Sieg hoffen!

 

Die ENGINES durften sich mit unseren zwei Mitgründern Luca Jebautzke und Leonard Negurita vorstellen. Es wurde unter anderem berichtet, dass wir im Vergleich zum VfB eine Anlaufstelle für eSport-Interessierte jeglichen Spieletitels sind und wenn man sich für einen Titel besonders stark interessiert, diesen auch in professionellen Strukturen ausprobieren kann. Wir haben dafür bereits Teams in den verschiedesten Spielen wie League of Legends, Overwatch, Hearthstone, CS:GO, sowie auch Rocket League und wir wollen eine allgemeine und positive eSport-Community für jedermann bilden.
Falls einer der Leser die 900 Wörter geschafft hat und mehr über uns erfahren will, kann man uns jeden Dienstag um 18 Uhr im VS-Lab in der Hochschule der Medien antreffen.
Wir bedanken uns nochmals beim Marketing Club Heilbronn für die gut organisierte Veranstaltung und natürlich auch den Sekt!

Die VoDs vom zweiten Teil der Vorträge findet ihr HIER.

GG